|
Um die Nachteile der klassischen Ventile auszugleichen, wurde verschiedene Systeme erfunden, die alle das gleiche Ziel haben: einen ungehinderten Luftfluss
auch bei gleichzeitiger Benutzung der beiden Ventile.
Folgende Systeme sind momentan auf dem Markt:
Weiterentwicklungen der klassischen Ventile: “Lätzsch”, “
Kanstul”, “Kühnl” und “Greenhoe”
neugestaltete Ventile: “Shires TruBore”, “Hagmann”, “Thayer”, “Advanced balance system”
Auf die Ventile habe ich von Anfang an größtes Augenmerk gelegt, die Standard Drehventile befriedigen eigentlich
nicht. Auf der Suche nach der größtmöglichen Offenheit war ich zunächst auf Thayer-Ventile orientiert, die besten habe ich bei Thein, Kromat, Haag und Shires gefunden. Sie waren mir dann
aber zu offen, d.h., ich hatte das Gefühl hineinzufallen. Den an anderer Stelle zu findenden Aussagen: "Im Vergleich zu den Thayer-Ventilen geben die Hagmanns den Bläser/innen mehr Halt
und Rückmeldung. Man erreicht mehr klangliche Balance zwischen den verschiedenen Lagen. Außerdem sind sie wesentlich leichter zu warten und zu pflegen." kann ich nur folgen. Für mich
sind die Hagmann-Ventile das begeisternde Optimum geworden. Nachbemerkung: Die „Tru Bore“ Ventile von S.E. Shires sind Klasse, auch die "Lätzsch-Ventile" sind sehr zu empfehlen.
Michael Rother
Jedem, der mit seiner Bassposaune Probleme hat, kann ich die den Einbau von Meinlschmidt „OPEN FLOW“ Ventilen (= Zylinderventile) empfehlen. Die Ventiltöne,
insbesondere das c und das h, waren bei meinem Instrument (B&S Mod. 3061) zuvor matt gewesen, hauptsächlich im Pianobereich. Im Forte begannen sie schnell zu „schmettern“. Bei nicht so
gutem Ansatz hatte ich aber auch im Forte schon Probleme gehabt. Nun hätte ich als Heliconist, möchte ich sagen, bestimmt die Physis, die Bassposaune zu blasen. Aber jetzt ist dies Problem
„erledigt“, ein runder warmer Klang, auch im Piano. Ich hatte zwischendurch mehrere sehr viel teurere Bassposaunen ausprobiert (Shires, Kanstul und v. a. die Edwards B 454) – alle mit
Axialventilen und wollte mich von meiner Bassposaune schon trennen. Das tue ich nun nicht mehr, sondern ich habe wieder Freude daran gewonnen. Hinzufügen möchte ich noch, dass mit dem Einbau
der o.g. Ventile, alle Töne, auch die Naturtöne kräftiger sind und mehr Volumen haben und dass sich das Instrument sehr gut intonieren lässt. Alois Sailer
Ich spiele seit Jahren eine Edwards mit Thayerventilen. Auf der Musikmesse in Frankfurt diesen Jahres war ich ziemlich überrascht, wie viel Einfluss die unterschiedliche Bauart
eines Free-Flow-Ventils auf Sound und Spielgefühl hat. Ich habe z.B. die Posaunen von Haag mit Hagmann-, Lätzsch- und Thayerventilen direkt nacheinander getestet. Gegenüber den alten
Standardventilen haben alle natürlich einen besseren Durchfluss der Luft. Die Thayer haben nicht nur keinen Widerstand, die scheinen den Effekt noch zu verstärken. Als würde die Luftsäule im
Ventil nicht eingeengt sondern noch weiter geöffnet. Das klang irgendwie kalt und war anstrengender zu spielen. Hagmann und Lätzsch haben anscheinend noch einen so geringen Widerstand, dass
der den Ton noch formen kann. Vom Spielgefühl beide gleich, genau richtig um unanstrengend zu sein. Überrascht war ich, wie stark der Einfluss der Lätzsch-Ventile ist. Damit bekamen die
Haag-Posaunen ziemlich viel vom Lätzsch-Sound. Die Hagmanns klangen nach amerikanischen Posaunen, aber mit mehr Obertönen und irgendwie viel weicher. Sehr angenehm. Dieses Gefühl hatte ich
auch bei Posaunen anderer Marken (z.B. Kromat, Kanstul, Haagston, Edwards). Bach z.B. bietet Posaunen ja auch mit Hagmann-, Thayer- und traditionellen Ventilen an. Ich hab mich bei FMB in
Gütersloh mal durch das ganze Bachsortiment spielen können, und da ist mir der Unterschied zwischen den Ventilen zum ersten Mal aufgefallen. Elmar Stratmann
|