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aus SONIC 5/2003 “Bassposaunen im Test”, von Ansgar Nake
“Off set - in line
Wenn wir von der modernen Doppelventil-Bassposaune sprechen, müssen zwei Ventilsysteme unterschieden werden. Wünscht der Bläser beim Drücken möglichst viele
verschiedene Grundstimmungen, entscheidet er sich meistens für die 'in line'-Konstruktion. Hier liegen die beiden Ventile in einer Reihe im Zuganschluss-Rohr, dem sogenannten 'Goose neck'. In diesem Rohr beginnt
eigentlich der konische Teil des Posaunenkorpusses, und er ist für den Sound des Instruments sehr bedeutsam. Durch den Einbau von Ventilen verkürzt sich dieser Konus erheblich - Klangeinbußen können allerdings die
Folge sein. Hier ist die 'off set'-Konstruktion deutlich im Vorteil. Das erste Ventil sitzt zwar auch im 'Goose neck', das zweite ist jedoch an das erste gekoppelt und liegt darüber. Hier kann wenigstens ein Teil
vom Konus - wie bei jeder Quartposaune auch - beibehalten werden. Nachteilig ist jedoch eine gewisse Einschränkung der Möglichkeiten: das zweite Ventil ist nur wirksam, wenn das erste auch gedrückt wird, der
Luftstrom aus dem Posaunenzug also nicht durch den ersten Wechsel blockiert ist. Mehr Stimmungen oder mehr Sound - was ist die bessere Wahl?
Die Ventilkonstruktionen können unterschiedlich sein, die Stimmungen der beiden Systeme sind hingegen gleich. Bekanntlich steht die Bassposaune mit der Grundstimmung in B. Das erste Ventil ist immer als
Quartventil ausgelegt, wird es in der Grundstimmung gedrückt, erklingt F. Das zweite Ventil ist das kürzere Terzventil. Bei der 'in line'-Konstruktion kann dieses Ventil getrennt vom ersten getätigt werden: Die
Grundstimmung ändert sich von B zu G. Wird nun noch das erste Ventil dazugeschaltet (das System also noch einmal um eine Quarte verlängert), erhält man die Grundstimmung Es. Beim 'off set'-System kann nur das
erste Ventil separat bedient werden: auch hier ist die Grundstimmung F. In Kombination mit dem zweiten Ventil erklingt genau wie in der 'in line'-Konstruktion das Es (Grundstimmung B um Quarte und Terz verlängert).
Die Grundstimmung in G (wie bei 'in line') ist nicht möglich. Möglicherweise gibt es für das Instrument die Option des D-Zuges. Er betrifft nur das System des zweiten Ventiles: der kürzere Es-Stimmzug wird
herausgezogen und gegen den verlängerten D-Stimmzug ausgetauscht. Für die 'in line'-Benutzer bietet sich dann bei Betätigung des zweiten Ventiles die zusätzliche Ges-Stimmung; werden beide Ventile gedrückt, erklingt
nach Intonationsausgleich mit dem Posaunenzug D. Da der D-Zug nur das zweite Ventil betrifft, entfällt bei der 'off set'-Konstruktion die Ges-Stimmung - D ist (bei Betätigung beider Ventile) dann auch hier die
Grundstimmung.
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