|
Seit über einem Jahr spiele ich nun auf einer Lätzsch Modell Cieslik, Weite 5, mit großem
Schallbecher. Zuvor habe ich lange Zeit überlegt, ob für mich als ambitioniertem Amateur dieses Instrument nicht eine Nummer zu hoch ist oder gar peinlich wirkt. Zumal ich mit
meiner Yamaha nicht unzufrieden war (sh. dortigen Beitrag). Die erste Bekanntschaft mit einem Kunstwerk aus der Bremer Manufaktur machte ich vor einigen Jahren in Dänemark,
als ich bei einer Orchesterwerkstatt mit einem Kollegen Stimmen und Instrumente tauschte. Seitdem ließ sie mich nicht mehr in meinen Gedanken los. An einem denkwürdigen
Winterabend probierte ich dann bei meinem Lehrer diverse Modelle der Bremer Schmiede aus, um dann festzustellen, dass für meine Bedürfnisse (überwiegend Sinfonieorchester,
daneben Posaunenquartett, Duos und etwas Jazz) das Modell Cieslik das Beste ist. Also Anfang letzten Jahres ab nach Bremen, um dort diverse Instrumente auszuprobieren. Dies
nahm einen Freitagnachmittag und teilweise den Sonnabendvormittag in Anspruch. Nachdem ich ein Auge auf ein Instrument geworfen hatte, war die Frage: Kann ich es länger
ausprobieren? Kein Problem, und so fuhr ich mit einer unlackierten Posaune, einigem Zubehör (Mundrohren) und vielen neuen und schönen Eindrücken (Eiswette!!) aus Bremen nach
Hause. Dort wurde sie dann ausgiebig getestet. Standesgemäß war der erste öffentliche Auftritt in der Berliner Philharmonie im großen Saal, immer noch unlackiert. Nun
spiele ich dieses bereits über ein Jahr, so dass die Eindrücke sicherlich nicht nur vorläufig sind. Es macht riesigen Spaß, darauf zu spielen!! Der Klang ist ziemlich
eindrucksvoll. Gerade im Sinfonieorchester ist der weiche, „deutsche“ Klang sehr geeignet, ein wunderbares Fundament zu legen. In der Tiefe klingt sie wunderbar irdisch,
in der Höhe brilliert sie grenzenlos. Zusammen mit einer guten Tuba wertet dieses Instrument den Blechsatz erheblich auf. Hierbei beeindruckt vor allem die dynamische Breite.
Neben einem weichen Pianissimo kann mit einem kraftvollen fortefortissimo zeigen, wo die Musik spielt. Nun dachte ich immer, dass ich für ältere Sachen (Barock,
Frühklassik) mit diesem Instrument überdimensioniert bin. Weit gefehlt. Geht der Spieler sensibel mit ihr um, kann sie auch einen schönen durchsichtigen Klang produzieren, so
dass sie selbst eine Kontrafagottstimme zur Zufriedenheit imitieren kann. Die Ansprache ist zunächst gewöhnungsbedürftig. Wie bei der deutschen Bauart üblich, muss man
„dranbleiben“. Eine längere Pause bestraft sie mit Unwillen am Anfang. Die Tonbildung erfordert etwas mehr Konzentration. Hat man sich daran gewöhnt, geht es bei
regelmäßigem Spielen in Fleisch und Blut über. Eine besondere Klasse sind die Full-Flow Ventile. Sie schalten schnell und leicht um, haben einen wunderbaren Luftdurchlass
und sind einfach gegenüber herkömmlichen Ventilen die Queen Mary II des Blasens. Der Zug ist leichgängig, braucht allerdings ziemlich viel Öl. Hier bin ich noch am
Experimentieren. Kollegen benutzen wieder Posaunenfett mit guten Erfolgen. Für mich ganz wichtig ist das passende Mundstück. Ich habe mir von Bruno Tilz aus der Serie
„Spezial“ die großen Kessel und Ränder besorgt. Damit kann man vor allem in der Tiefe am besten Modellieren. Allerdings ist auch dies echt Arbeit, vor allem in der Höhe.
Aber die Mühe wird belohnt mit einem unglaublichen tollen Sound. Neben dem Sinfonieorchester hatte sie auch Gelegenheit, im sinfonischen Blasorchester und im Posaunenchor
zu zeigen, was sie kann. Auch dort beeindruckte sie nicht nur den Spieler. Schön ist auch die Möglichkeit, leicht einen anderen (kleineren) Becher für zartere Aufgaben zu
montieren oder mit den unterschiedlichen Mundrohren zu experimentieren. Lediglich im Jazzbereich greife ich bei wenigen Gelegenheiten gerne auf eine Conn zurück. Im kleinen
Ensemble (Bass, Piano) fügt sich die Cieslik sogar sehr schön, aber in Big-Band oder bei Jazzsachen im Posaunenquartett kann sie einfach nicht „Amerikanerin“ spielen. Da
wäre die amerikanische Bauweise des Bremer Meisters überlegen. Die Cieslik ist im Ergebnis also eine wunderbare Posaune, die ich, auch als Amateur, nicht mehr missen
möchte. Und wenn ich so sehe was manche Mitbürger für Summen in irgendwelchen anderen Hobbies investieren, schmerzt das (allerdings auch sehr gut angelegt) Geld nicht mehr so
sehr. Abgerundet wird das Ganze durch die unkomplizierte Art der Bremer Manufaktur. Bei Problemen schickt man einfach das Instrument ganz oder in Teilen ein. Das man
leihweise Ersatz für die Zeit bekommt, ist bei Meister Nienaber ganz selbstverständlich. Noch netter ist es allerdings, in Bremen auf einen Schnack vorbeizufahren. Sören Jacobsen, Hamburg/Berlin
Seit wenigen Wochen nenne ich eine Lätzsch amerikanischer Bauweise mit 26er Becher; 3cm
Neusilberkranz; Full-Flow-Ventilen, kurzem weiten Goldmessing-Mundrohr, konischem Zug (Goldmessing-Außenzug) in B/FD-Stimmung mein Eigen und bin begeistert! Zwar sind knapp
6000 Euro viel Geld, aber dafür erhält man ein sehr gut konzipiertes und ausgewogenes Instrument, dem man auf den ersten Blick die spielerische Bandbreite nicht ansieht.
Aufgrund des schlankeren Schallstückverlaufs im Vergleich zur Cieslik vermutet man eine amerikanische Seele. Aber durch die "deutschen" Anteile ergibt sich ein sehr
ausgewogener Mix: Sehr gutes Ansprechen in allen Registern, knackiger oder weicher Sound (je nach Belieben) auch in den Ventiltönen; fantastische Full-Flow-Ventile, die
Thayer- oder Hagman-Ventilen in gar nichts nachstehen und zudem wartungsfrei, schön leise und schnell sind. Spielbar ist das deutsch-amerikanische Produkt von ppp bis
ffff ohne muffig zu klingen (wie meine alte Bach) oder zu klirren (wieder wie meine alte Bach). Insgesamt ein sehr zu empfehlendes Instrument auf handwerklich sehr hohem
Niveau für Freunde des deutschen Klangideals mit gut zu dosierenden amerikanischen Färbungsmöglichkeiten. Sven Kappler, Herford
Ein herrliches Instrument, kann ich nur sagen! Die stammt noch aus der Anfangszeit der
zweiventiligen Posaunen - Bj 1965), daher sind die Drücker etwas unhandlich. Aber der Klang ist wunderbar! Ideal für Symphonieorchester oder Kammermusik. Ist nicht so ein
gewalttätiger Sound wie bei meiner Bach. Leichte Ansprache und viel Klang, deutlich mehr Grundtöne als bei meiner Bach (hab leider nix anderes zum Vergleich).Und ein sehr
zentrierter Strahl, dank eines kleinen Schallbechers. Schlangenverzierung, Goldmessing-Schallstück mit Neusilberkranz, konischer Zug Weite irgendwo zwischen V und VI, lange
Wasserklappe, kein Zugschloss, alles eben, wie es sich für eine deutsche Bassposaune gehört. Ich bin recht glücklich mit der Kanne. Daniel S. Heim, Bassposaunist im Sinfonie-Orchester der NAK Albstadt/Tübingen
Ich hab mir vor wenigen Wochen eine neue Lätzsch Bassposaune, Modell Cieslik Weite 5 mit 270er
Schalltrichter gekauft. Abgesehen davon, dass sie super verarbeitet ist und mit dem gravierten Neusilberkranz wirklich geil aussieht, klingt sie auch noch fantastisch. Bis zu
einem guten mf hat sie einen unheimlich warmen und vollen Klang aber nicht ganz so "tubig" wie manche andere große Bassposaunen. Im Forte und Fortissimo wird sie
dann etwas heller und beginnt schön fein zu schmettern aber ohne, dass sich der Ton zu überschlagen beginnt. Außerdem finde ich, dass die "Full Flow - Ventile"
den Thayers und Hagmanns in nichts nachstehen, außer, dass sie wesentlich besser zu bedienen sind. Ich hoffe, das ist jetzt keine Anfangseuphorie aber ich finde die Posaune
echt spitze. Stefan Hack
Die bessere Amerikanerin?
Ein Vergleich zwischen einer Edwards Bassposaune und einer Lätzsch „amerikanische
Bauweise“ (aus Sonic 1/2008)
Von Josua S. Zwanzger
Seit gut 15 Jahren beginnen sich die klaren Linien zwischen den Typen „amerikanische“ bzw.
„deutsche“ Posaune zu verwischen. Einerseits findet man typisch deutsche Elemente in Amerika, wie z.B. den konischen Zug oder die Tendenz, zu viele Stützen und Querstege
zu vermeiden. Eine Typenbezeichnung „German Style“ findet sich aber bis heute nirgendwo über dem großen Teich. Andererseits wurden v.a. durch den Siegeszug der
Thayerventile die deutschen Instrumentenbauer motiviert, ihre Posaunenkonzepte „in Richtung Amerika“ zu erweitern. So kam es dann zu den verschiedenen
„amerikanischen“ Modellen. Ein Vergleich zwischen einer Bassposaune „amerikanische Bauweise“ aus dem Hause Lätzsch, das, wie nur wenige andere Hersteller,
für die Tradition des deutschen Posaunenbaus steht und einer Edwards, als typische Amerikanerin, erschien mir sehr reizvoll. Dankenswerterweise stellten uns das Haus „Musik
Bertram“ und die Firma „Herbert Lätzsch“ je ein Instrument zur Verfügung.
Der erste Eindruck
Auf den ersten Blick wirken beide Bassposaune tadellos verarbeitet. Hier gibt es an keiner Stelle
etwas auszusetzen. Mit dem ergonomisch geformten Haltesteg liegt die Lätzsch gut in der linken Hand. Ich vermisse keine Stütze. Ganz im Gegenteil zur Edwards. Sie wirft
deutlich mehr Gewicht in die Waagschale – die massiveren Thaver-Axial-Ventile machen sich bemerkbar - und das verlangt viel Kraft in der linken Hand. Mehr Komfort
verspricht hier die optional erhältliche Daumen-Zeigefinger-Stütze (Bullet Brace), die ich sehr empfehlenswert finde.
Die Ausstattung
Beide Instrumente sind identisch ausgestattet mit unabhängigen Ventilen (inline), die über eine
gesplittete Mechanik (Daumen-Mittelfinger) betätigt werden. Glücklicherweise wurde in der Zwischenzeit bei Edwards das bisherige Plastik am Ventilgestänge durch Metall
ersetzt. Die Drückerplatten der zweiten Ventile sind jeweils einstellbar. Während die Ventilbögen aus Elkhart / Wisconsin aus Messing gefertigt wurden, liefert die Bremer
Werkstatt Goldmessingbögen. Bei beiden Instrumenten sind sie offen konstruiert (open wrap).
Eine einfache Möglichkeit, die Instrumente den individuellen Bedürfnissen anzupassen, bieten die
auswechselbaren Schallbecher und Mundrohre an beiden Posaunen. Während Edwards standardmäßig wechselbare Schallbecher in fast allen Größen und Dicken anbietet, fertigt Meister
Nienaber nach den Wünschen des Kunden. Die Möglichkeit, auch später den Becher zu wechseln ist mit einem Aufpreis verbunden.
Für diesen Test entschied ich mich bei der Edwards für einen 10 ½“ Rotmessingbecher
mittlerer Dicke, der – wie alle Edwardsbecher – aus zwei Teilen zusammengelötet wurde. Aus Bremen kam die Bassposaune mit einem 26 cm Goldmessingbecher mit 0,50 mm
Dicke, der aus einem Stück gehämmert wurde; die aufwändigere, aber hochwertigere Möglichkeit im Schallbecherbau. Zusätzlich dazu besitzt die Stürze einen 1 cm Neusilberkranz,
der für die amerikanische Tradition des Posaunenbaus völlig untypisch ist, aber klangliche Konsequenzen hat.
Was im deutschen Posaunenbau schon gang und gäbe ist und bei unserer vorliegenden Lätzsch zur
Standardausstattung gehört, dass nämlich der Schallbecher durch Stützen zu den Ventilbögen so wenig wie möglich am Schwingen behindert werden soll, gibt es bei Edwards seit
2001 unter dem Namen „Edge Bracing“ und kann optional, wie in unserem Fall, bestellt werden. Hässlich finde ich dabei nur die kleinen, abstehenden Öhrchen, damit die
Stürze für die Ausführung mit Verschraubungen zu den Ventilbögen kompatibel bleibt.
Seit 1989 wird von Getzen die „Edwards“ Posaunenserie mit Thayer-Axial-Ventilen aus
vernickeltem Messing produziert. Die markanten Kegel prägen die Optik unserer Bassposaune und auch den Gewichtsvorsprung der „Edi“. Die Idee zu einer Verbesserung der
traditionellen Ventile entwickelte sich bei Hans-Hermann Nienaber Anfang der 90er Jahre. Seit 1995 werden die aus Karbon gefertigten und patentierten „Full Flow“ Ventile
verbaut.
Beide Ventilarten laufen bei den vorliegenden Posaunen geräuschlos und schnell. Allerdings
fasziniert der unglaublich kurze Weg der „Full Flow“ Ventile, die noch dazu allein mit einem Hauch Wasser gepflegt werden müssen. Der Pflegeaufwand bei den Thayerventile
ist da erheblich höher. Es lohnt sich ein liebevoller Kontakt zum Musikalienhändler seines Vertrauens, damit der auch genügend Ventilöl auf Lager hat. V.a. aber besitzt die
Laufqualität des zweiten, um 180 Grad gedrehten Ventils keinen guten Ruf. Wie schon geschrieben gab es beim vorliegenden, neuen Modell keinerlei Probleme. Interessant wären
hier Erfahrungswerte von Edwards Bassposaunist/innen, die das Instrument schon seit Jahren spielen.
Der Edwardszug mit der Bezeichnung B-STDN besitzt eine zylindrische Bohrung mit .562“
(ungefähr 14,3 mm) Durchmesser und wird als Standardzug bei Edwards bezeichnet. Im Gegensatz zum leichten Neusilber der Lätzsch ist der Außenzug aus Messing. Auf Wunsch
verlässt Meister Nienaber auch beim Zug die traditionell amerikanische Linie und fertigt den Zug konisch an, d.h. dass sich die Bohrung vom Mundrohr mit 13,9 mm auf 14,4 mm
öffnet. Bei Edwards hieße dieser Zug „B-DBN“. Unsere getestete Bassposaune war mit einem zylindrischen Zug ausgestattet.
In der Schmidtstraße in Bremen kann man nach Herzenslust nach dem optimalen Mundrohr suchen,
während bei Edwards 3 Mundrohre, die sich nur im weiteren oder engeren Rohrverlauf unterscheiden, im Lieferumfang enthalten sind. Ein silbernes Mundrohr ist optional
erhältlich. Mir persönlich war das C2 Mundrohr am sympathischsten.
Der Klang
Irgendwie mochte ich die Edwards schon immer. Man nimmt sie in die Hand, atmet kräftig ein, spielt
los und jeder denkt: „Oh, genau so soll eine Bassposaune klingen!“ Die „Edi“ ist ein grundsolides Instrument mit einem schwarzen, kompakten und kräftigen Ton, der
in seiner Färbung durch die Lagen hindurch ziemlich gleichmäßig bleibt. Die Posaune spricht gut an und lässt sich angenehm artikulieren. Aus meiner Sicht ein Verdienst des
„Edge Bracing“. Gerade die Pianotöne kosten nicht mehr Kraft als nötig. Auf der anderen Seite kann man mit diesem Instrument auch kräftig zulangen. Sollte jemand einmal
einem Bassposaunisten begegnen, in dessen Augen ein kindliches Leuchten zu sehen ist, dann durfte der sicherlich auf einer Edwards (endlich einmal) richtig fortissimo spielen.
Ja, von allen Amerikanerinnen aus Blech ist sie mir die Liebste. Nur: die ca. 2000.- Euro teurere Lätzsch kann alles einen Hauch besser. Mit ihr lässt sich – ein Dank an
ihr geringeres Gewicht – noch eine Spur leichter musizieren. Sie bietet dadurch eine beeindruckende Pianoqualität. Leise musikalische Linien lassen sich sehr fein,
präsent und zentriert zeichnen, allerdings mit einem helleren Timbre, als die Edwards. Man merkt: so ganz kann Herr Nienaber nicht aus seinem instrumentenbaulichen Konzept
heraus. Im Gegensatz zur Edwards klingt konsequenterweise mit diesem Instrument nicht jeder gleich, denn die leichte Ansprache und Formbarkeit des Tones ermöglichen mehr
Individualität. Der Nachteil: die Bassposaune benötigt mehr Kontrolle durch den Bläser. Die festere Führung der Edwards hat hier sicherlich auch seine Vorteile.
Dadurch dass der Schallbecher aus Bremen aus einem Stück gefertigt wurde und einen kleinen Kranz
besitzt, werden die Töne in extremer Lautstärke besser festgehalten. So kann es bei Meister Nienabers Bassposaune lange nicht so schnell passieren, dass Chris Hazells Katze
„Borage“ mehr nach einem Rudel verärgerter Tiger klingt, als nur nach einem kratzbürstigen Kater. Für meinen Geschmack ein klarer Vorsprung für die Lätzsch durch die
höherwertigere Bauweise der Stürze. Die richtig lauten Töne der Edwards stehen schnell in der Gefahr auszureißen. Verstärkt wird dieser Effekt noch im Ventilbereich. Die
Thayer können besonders im Doppelventil im offeneren Durchfluss und leichterer Ansprache Pluspunkte verbuchen, aber sie verstärken die Tendenz zur Massivität im Ton der
Edwards. Der Schritt von der Lautstärke zum unangenehmen Geräusch gerade in der Ventillage ist nicht groß. Auch hier kann sich die amerikanisch-deutsche Bassposaune einen
leichten Vorsprung erarbeiten. Egal, welches Ventil man wie bewegt, die Tonqualität bleibt stets die Gleiche, nichts wird schärfer oder dünner, die Farbgebung verändert sich
nicht. Alle Achtung!
Den amerikanischen Posaunen wird ja nachgesagt, dass das G´ ein schwieriger Ton sein soll, während
deutsche Instrumente beim As´ mühsam sein sollen. Ersteres bestätigt sich bei der Edwards. Verblüffenderweise findet sich bei der deutsch-amerikanischen Lätzsch in dieser Lage
kein Ton, der sich nicht genauso blasen lässt, wie die übrigen. Weder das G´ noch das As´ macht Schwierigkeiten. Problemtöne waren einzig und allein diejenigen, die der Autor
nicht zu spielen vermochte.
Fazit:
Das amerikanische Modell aus Bremen bleibt eine Lätzsch und wird nie zu einer richtigen
Amerikanerin. Sie positioniert sich zwischen dem typischen amerikanischen Klangideal und der deutschen Bassposaune aus eigenen Hause, dem Modell „Cieslik“. Und das ist
gut so. Die Edwards ist ein klasse Instrument und wer eine Bassposaune haben möchte, die ihrem Namen alle Ehre macht und darum zurecht ein „global player“ ist, kann mit
großer Freude hier zugreifen. Aber die Lätzsch ist ihr für meinen Geschmack in fast allen Belangen eine Nase weit voraus. Von der Verarbeitung angefangen über die Tonfärbung
bis zum leisesten Piano. Natürlich ist sie teurer, aber aus meiner Sicht lohnt sich jeder Euro. Allerdings muss man eine längere Lieferzeiten mit einrechnen.
|